Risse im Gebäude infolge Senkungen oder wenn sich der Untergrund nicht gleichmäßig setzt

Sehr oft führen Risse in Gebäudewand, -decke oder im Fußboden zu Unsicherheit in der Bewertung der Standsicherheit des Gebäudes. Es treten Zweifel und Ängste beim Hausbesitzer ein. Hier gilt erstmal Ruhe bewahren, denn jedes Bauwerk setzt sich aufgrund seines Eigengewichtes. Aber im Normalfall verläuft diese Setzung gleichmäßig, so dass keinerlei Spannungen zu Rissen führen. Wenn Baufachleute erstmal Bedenken zum Untergrund aufzeigen, dann sollten diese ernst genommen werden. Jetzt könnte Gefahr für das Gebäude vorliegen. Risse sind nicht zu vermeiden, jedoch deren Weite sollte beschränkt bleiben. Im Rahmen der Planung sollte das der Bauingenieur beherrschen und beachten. So sind die Risse im Betonbau durch das Schwinden bis zur Rissweite 0,12mm unkritisch. Stahlbeton würde ohne Risse sogar gar nicht funktionieren, sorgen Risse nämlich dafür, dass der Stahl im Beton überhaupt erst seine Arbeit aufnimmt. Hier spricht man von gerissener Zugzone. Diese Risse müssen in ihrer Breite begrenzt bleiben. Sollte die Verteilung ungleich und große Risse Bauteile statisch schwächen, so sind diese Resultat von Planungsfehlern oder Ergebnis von Mängeln bei der Bauausführung. Zu große Rissweiten führen bei Eintritt von Feuchtigkeit zur Korrosion des Bewehrungsstahls. Frostschäden sind ebenfalls im Außenbereich öfters die Folge. Die Risse im Beton sollten generell eine Weite von 0,2 mm nicht überschreiten.

Risse, gleich welcher Breite, sind fast immer dort zu finden, wo die zulässigen Spannungen im Werkstoff überschritten werden. Meist sind diese fast ausschließlich das Ergebnis von Planungsfehlern und könnten bei mehr Sorgfalt in dieser Phase bereits vermieden werden. Bei Kräften aus Temperaturdifferenzen und Bodensenkungen können die zulässigen Spannungen überschritten werden. Die Folgen sind Setzungen und Risse im Bauwerk. Bauwerksschäden sind meist das Resultat von ungleichmäßigen Setzungen. Hierfür können die Gründe vielfältig sein.


Beispiel für einen Schaden durch ungleiche Setzungen

Wie verhalte ich mich bei Rissen infolge Setzung?

Es können Setzungsrisse unbedeutend sein, aber auch erhebliche statische Folgen bewirken, wie Setzungen, Risse, Auseinandertriften der Baukörper bis hin zum Einsturz. Nicht sehr weite Risse sind eher unbedeutend hinsichtlich Tragwirkung und können dauerelastisch verschlossen werden. Dabei sind diese entsprechend mit geeigneten Werkzeug (Meißel, Schraubendreher) zu erweitern und können dann mit Acryl ausgefüllt werden. Über den Riss sollte man noch einen Streifen mit Glasfasergewebe einspachteln oder selbstklebend aufbringen. Danach kann man den Bereich streichen oder auch übertapezieren.

Ein wesentlicher Vorteil von Acrylstoffen ist dessen Überstreichbarkeit mit allen im Handel erhältlichen Farbstoffen. Probestellen sollte man trotzdem erst mal anlegen, um den Erfolg seiner Methode zu testen. Es wäre schade, wenn alle Mühe in einer unansehnlichen Oberfläche endet. Ebenso ist die Rissweite für das Einbaumaterial entscheidend, da bei großen Rissbreiten eher dauerelastische Stoffe oder auch Mörtel eingebaut werden sollten. Hier sind die Dehnfähigkeiten der Stoffe von entscheidender Bedeutung. Ist man sich unsicher bzw. will man vor dem Tapezieren auf Nummer sicher gehen, sollte man eine Gipsmarke auf die Rissstelle kleben und innerhalb der nächsten 1-2 Wochen diesen kontrollieren, ob der Riss zur Ruhe gekommen ist. Sollte der Riss in der Gipsmarke wieder durchschlagen, so hilft nur der Weg einen Sachverständigen als Fachmann zu Rate zu ziehen.

Ingenieurbüro Klaus Kunath
Klaus Kunath, Dipl.-Ing.
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